Eigentlich ist Essig „nur“ ein Abbauprodukt von Alkohol und zuckerhaltigen Flüssigkeiten, geschaffen von Essigsäurebakterien und Sauerstoff. Die jeweilige Grundlage gibt dem Essig sein Aroma: der Wein dem Weinessig, das Obst dem Fruchtessig. Wie bei Saft oder Wein machen Sorte und Qualität den Unterschied, den Sie schmecken können.

Echter oder reiner Weinessig wird zu 100% aus Rotwein oder Weißwein hergestellt. Rotweinessige sind kräftiger, Weißweinessige milder im Geschmack.

Rotweinessig: zu dunklem Fleisch und deftiger Wurst.

Weißweinessig: ein guter Einlegessig, aber auch für holländische Saucen, Vinaigrette und zu weißem Fleisch und Fisch.

Weinessig enthält 80 % Branntweinessig und 20 % Weinessig. Ein günstiger Verschnitt, der sich gut zum Einlegen eignet.

Branntweinessig wird durch natürliche Gärung aus Branntwein hergestellt und besitzt einen Säuregehalt von 10 %. Wird dieser mit Wasser vermischt, entsteht Tafelessig – mit einem Säuregehalt von 5 %. In Sachsen beliebt zum Abstimmen original sächsischer Linsensuppe.

Apfelessig – Aus vergorenem, natur-trübem Apfelsaft mit 5% Säure. Besonders lecker zu frischen Salaten, Rohkost, Rotkohl und Sauerkraut.

Kräuter- und Gewürzessige
Essig lässt sich gut aromatisieren: Estragon, Basilikum, Knoblauch, Dill oder Kerbel peppen einfache Rot­ und Weißweinessige, aber auch Branntweinessig auf.

Rosmarin-Essig: für die leichte mediterrane Küche, für Lamm,
Wild und Käse.

Estragon-Essig: (auch in Senf oder Mayonnaise) zu Pilzen, Geflügel, Sauce Bernaise und Kartoffelsalat.

Fruchtessige sind Weinessige, die mit Fruchtaromen verfeinert werden: z. B. Erdbeere, Himbeere, Cranberry, Traube, Orange, Walnuss oder Mango. Für milde Blattsalate, feine Saucen, eingelegtes Obst, auf Eiscreme oder Süßspeisen.
Oder geben Sie als Aperitif ein paar Tropfen in ein Glas Prosecco.

Balsamessig, auch Aceto Balsamico genannt, wird aus dem Most von Trebbiano-trauben langsam eingekocht, bis er eingedickt ist. Anschließend reift er mindestens 4 –5 Jahre in Eichen-, Kirsch- oder Kastanienholzfässern mit speziellen Essig- Kulturen. Der Rohessig verdunstet und der Aceto wird in immer kleinere Fässer umgefüllt, deren Harthölzer ihm wiederum feine Aromen mitgeben. Ein guter „Aceto Balsamico“ trägt den Zusatz „Traditionale“.

Aceto Balsamico: für Carpaccio, gegrillte Speisen und warmes Gemüse, für Salat-Vinaigrette (zusammen mit gutem Olivenöl im Verhältnis 1:3), süße Varianten zu Erdbeeren und Obstsalaten oder als Dip für Ciabatta.

Cremoso: Ein cremiger, ausgewogen süß-saurer Modena-Balsamico. Ideal
für Tomate-Mozzarella, Dressings
und zum Dekorieren von Vorspeisen, Salaten und Desserts.

Balsamico Bianco:
Der weiße Balsamico wird wie auch der rote nur aus feinen italienischen Weißweinen hergestellt. Zart aromatisch für alle, die
ihrem Gericht keine dunkle
Farbe geben möchten.

Obstessig – ist besonders in den USA beliebt. Er wird aus dem Most unterschiedlicher Früchte hergestellt (ohne sie einzeln zu benennen) und mildfruchtig abgestimmt.
Passt zu Salaten, Rohkost und Chutneys, wird aber auch mit Mineralwasser verdünnt getrunken.

Reisessig – wird aus Reiswein vergoren: süßlich­-mild mit 3% oder kräftiger mit 5% Säure. Chinesische Reisessige sind schärfer als die japanischen Varianten. Ideal zu Sushi, für Dressings, Mayonnaisen oder zum Einlegen.