Anlässlich unseres 130. Gründungstages am 04.06.2018 haben wir unsere Mitglieder aufgerufen, uns ihre ganz persönliche KONSUM-Geschichte zu erzählen. Dem Aufruf sind schon einige Mitglieder gefolgt, haben uns geschrieben und uns ihre Beitrittsgründe, ihre Traditionen und Erinnerungen rund um KONSUM erzählt.

Wir möchten Sie daran teilhaben lassen und veröffentlichen die Erlebnisse und Begebenheiten unserer Mitglieder und Kunden hier im Mitgliederbereich, teilweise anonym – Sie wissen ja: Datenschutz. Gern möchten wir eine kleine Serie daraus machen und möglichst regelmäßig erfahren, was Sie an Ihrem KONSUM schätzen, was Sie toll finden oder auch nicht, was wir besser machen könnten, was Sie sich für die Zukunft wünschen…

Wenn wir Ihre Geschichte veröffentlichen dürfen, benötigen wir dafür Ihre ausdrückliche Genehmigung – und bedanken uns mit einem Gutschein im Wert von bis zu 25 Euro.

Schreiben Sie uns per E-Mail an mitglieder@konsum-dresden.de.

KONSUM ist wirklich Heimat

Nach dem zweiten Weltkrieg haben wir als Kinder zum Konsum immer rückwärts musnok gesagt und sind mit den Lebensmittelkarten bis 1957 zum Einkaufen gegangen, erhielten auch die Konsummarken. Damals war das eine mühevolle Schnipselei für die Angestellten der Genossenschaft. Nach und nach erweiterte sich das Angebot der Konsumläden auch in meinem Heimatort Limbach bei Chemnitz. Meine Eltern waren wie auch meine Großeltern Konsummitglieder, auch aus Prinzip, aus Solidarität mit der Genossenschaftsform und folgerichtig für meinen Großvater, der bei den Nazis wegen Mitgliedschaft in der SPD nicht nur seine Arbeit verlor.

Als Schüler habe ich in den Sommerferien im Konsum-Chemielager gearbeitet. Die Bestellungen der Konsumgeschäfte des Kreises Chemnitz wurden auf Paletten zusammengestellt und von LKWs den Läden zugestellt. Dabei lernte ich viele Mitarbeiter des Konsums kennen und bekam einen Einblick in den Handel. Da ich kleine schauspielerische Talente hatte, durfte ich zur Weihnachtsfeier, die der Konsum für die Kinder der Mitarbeiter und für die vielen Waisenkinder, die der Krieg hinterlassen hatte, gestaltete, den Weihnachtsmann als Jugendlicher miemen. Dafür bekam ich immer einen kleinen Präsentkorb, was bei der Lebensmittelknappheit ein sehr willkommenes Geschenk war.

Vater und Großvater arbeiteten als Tischler bei der Einrichtung der Konsumläden. Die Regale, Ladentische usw. wurden maßgerecht angefertigt. Dabei habe ich auch geholfen. So hat sich von Kindheit und Jugend an für mich der Konsum als Teil meiner Heimat gebildet. Kein Wunder also, dass sich jetzt nach meinem Umzug und Heirat nach Radebeul wieder Mitglied der Konsums geworden bin. Meine gepflegte Konsum-Kaufhalle auf der Meißner Straße in Radebeul-Ost, das ausgezeichnete Warenangebot, die freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiter waren dafür ausschlaggebend. Natürlich auch der Grundsatz, Genossenschaft geht vor, spielte dabei eine Rolle. Nicht vergessen möchte ich dabei auch den Service, Mittagessen und Kaffeetrinken, Anlieferung von sechzig Flaschen Wein frei Haus usw.

Ich wünsche meinem Konsum gute Geschäfte und mir noch viele gemütliche Einkäufe.Übrigens, meine Frau bedauert es, dass es keine Konsummarken mehr zum Einkleben gibt, wie in ihrer Kindheit. Nun, mir ist die elektronische Registrierung doch lieber. Lassen wir es dabei.

Stefan Pitsch